top of page

Wer den Bestand schätzt, baut auch den Neubau mit größerer Verantwortung.

  • Philipp Flammiger
  • 13. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Bürgerzentrum Mittenim

Architektur Büro: Schlicht Lamprecht Kern

Bild: Stefan Meyer


Viele Menschen glauben, Architekten müssten sich entscheiden: Entweder sie planen Neubauten oder sie sanieren Altbauten. Wir glauben, dass genau dieses Denken falsch ist denn Bestand und Neubau verfolgen dasselbe Ziel: Gebäude zu schaffen, die den Test der Zeit bestehen.


Der Bestand zeigt uns, was gute Architektur ausmacht


Ein Altbau ist mehr als ein altes Gebäude. Er ist ein Beweis. Ein Gebäude, das fünfzig, achtzig oder hundert Jahre genutzt wird, hat etwas richtig gemacht. Vielleicht sind seine Proportionen stimmig. Vielleicht altern seine Materialien würdevoll. Vielleicht lässt sich seine Struktur immer wieder an neue Anforderungen anpassen.


Zeit ist der ehrlichste Kritiker von Architektur. Deshalb schauen wir bei jedem Bestandsgebäude zuerst darauf, warum es noch da ist. Nicht alles Alte ist gut. Nicht alles Alte ist gut. Aber alles Gute hat die Qualität, alt werden zu dürfen.



Bürgerzentrum Mittenim in Niederwerrn

Architektur Büro: Schlicht Lamprecht Kern

Bild: Stefan Meyer


Neubau bedeutet Verantwortung


Wir bauen gerne neu. Nicht weil ein Neubau einfacher wäre, sondern weil er die Chance bietet, etwas zu schaffen, das auch in vielen Jahrzehnten noch selbstverständlich wirkt. Jedes Gebäude, das heute entsteht, ist der Bestand von morgen.


Diese Erkenntnis verändert den gesamten Entwurfsprozess. Dann geht es nicht mehr darum, den aktuellen Trend zu treffen oder möglichst spektakulär zu wirken. Dann geht es um die Frage: Wird dieses Gebäude auch in dreißig oder fünfzig Jahren noch überzeugen?



Mittenim

Architektur Büro: Schlicht Lamprecht Kern

Bild: Stefan Meyer


Gute Architektur kennt keinen Gegensatz


Für uns beginnt jeder Entwurf mit derselben Haltung: Wir versuchen zuerst zu verstehen. Beim Altbau hören wir dem Gebäude zu. Beim Neubau hören wir dem Ort zu. In beiden Fällen entstehen gute Lösungen nur dann, wenn Architektur nicht gegen ihre Umgebung arbeitet, sondern mit ihr. Deshalb unterscheiden wir nicht zwischen Alt und Neu, sodern zwischen guter und schlechter Architektur.



Nachhaltigkeit beginnt nicht beim Energieausweis


Über Nachhaltigkeit wird heute viel gesprochen. Meistens geht es um Dämmwerte, Heizsysteme oder Photovoltaik. All das ist wichtig. Doch die nachhaltigste Entscheidung fällt oft viel früher. Sie lautet:

Bleibt dieses Gebäude so gut, dass man es auch in hundert Jahren noch erhalten möchte?


Ein Gebäude, das dauerhaft genutzt, gepflegt und weiterentwickelt wird, spart mehr Ressourcen als eines, das nach wenigen Jahrzehnten ersetzt werden muss. Langlebigkeit ist deshalb keine nostalgische Idee. Sie ist die höchste Form der Nachhaltigkeit.


Mittenim

Architektur Büro: Schlicht Lamprecht Kern

Bild: Stefan Meyer

Unser Anspruch


Wir lieben den Bestand. Aber nicht, weil er alt ist. Sondern weil er uns täglich zeigt, welche Architektur den Test der Zeit bestanden hat. Und genau deshalb bauen wir auch gerne neu. Mit derselben Sorgfalt, mit denselben Maßstänen und mit dem Anspruch, Gebäude zu entwerfen, die eines Tages selbst zu einem wertvollen Bestand werden können. Denn Bestand und Neubau sind keine Gegensätze. Sie sind zwei Kapitel derselben Geschichte: der Geschichte guter Architektur.





 
 
 

Kommentare


bottom of page